Auch ein Briefkastensitz reicht für den Vorsteuerabzug ist eine vorsteuerfähige Adresse

Damit man als Unternehmer die gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer aus den Rechnungen seiner Lieferanten und Dienstleister geltend machen kann, muss die Rechnung die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers enthalten.

Zwei Revisionsverfahren hatten den Bundesfinanzhof (kurz: BFH) veranlasst, beim Europäischen Gerichtshof (EUGH) nachzufragen, ob die Angabe einer reinen Briefkastenadresse mit letztlich nur postalischer Erreichbarkeit des leistenden Unternehmers dafür ausreicht. Die Antwort des EUGH lautet: ja.

Der EUGH hat entschieden das es ist nicht erforderlich ist, dass die wirtschaftlichen Tätigkeiten des Leistungserbringers unter der Anschrift ausgeübt werden, die in der Rechnung angegeben ist. Der Europäische Gerichtshof befand, dass Name, Adresse und die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-ID) ausreichende Hinweise sind, um die Verbindung zwischen der wirtschaftlichen Transaktion und dem konkreten Wirtschaftsteilnehmer herzustellen.

Dabei ist die USt-ID die wesentliche Informationsquelle. Daher empfehlen wir als Steuerberater im Rahmen unserer Existenzgründungsberatungen beim Ausfüllen des Fragebogens zur steuerlichen Anmeldung auch immer gleich die Beantragung der USt-ID.

 

Quelle: EuGH, Urteil vom 15.11.2017, Rs. C-374/16 und C-375/16